KARL ANTON WOLF BILDHAUER, MALER UND DICHTER Karl Anton Wolf wurde am 8. September 1908 in Wien geboren Nach der Lehre in einer Speditionsfirma, arbeitete er in den verschiedensten Berufen, die ihn Jahrelang quer durch Europa und |
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nach Afrika führten. Nach 1945 gründete Wolf eine Handelsfirma in Wien, gab aber 1953 seiner künstlerischen Neigung nach, verkaufte sein ansehnliches Geschäft und wandte sich ausschließlich der Kunst zu. Zu Beginn war es die Malerei, die ihn beschäftigte. Expressiv und pastos sind seine imaginären Portraits und Landschaftsbilder, seine Stilleben und seine phantastisch-symbolhaften Themen. Ab 1960 entstanden immer mehr Plastiken, zunächst aus Holz, aber bald schon aus Eisen und allen möglichen Fundstücken, die er auf Alteisenplätzen entdeckte und in ihrer skulpturalen Schönheit erkannte. Er bildete große monumentale Formen und Figuren, die Science-Fiction- Filmen entwichen schienen, ganze Landschaften entstanden, klobig, ungeschlacht, als sei ihm die Ästhetik völlig egal, als ginge es nur um die Kraft, die bis zur Brutalität gehen kann. Ketten spielen eine Rolle, Gitter und zerbrochene Ringe. Doch auch weiche runde Formen lösen sich mit strengen und eckigen ab. Seine "Szenerien", wie er etliche seiner Skulpturen nennt, nehmen Bezug auf die Zeit, in der das Brutale, das Menschenverachtende, eine so große Rolle spielt, in der der Einzelne nichts, die Masse alles bedeutet. Karl Anton Wolf gehört zu jenen österreichischen Künstlern, deren Werk noch viel zu wenig beachtet und geachtet wird, obwohl er große Ausstellungen hatte, ein Hörspiel von ihm im Schweizer Rundfunk produziert und gesendet wurde, Bilder in privaten und öffentlichen Sammlungen hängen und etliche seiner Plastiken in Wien zu sehen sind. Mit Unterstützung einer Grossbank wurden einige seiner Monumentalplastiken in Bronze gegossen und standen dann während längerer Zeit auf der Wiese am Schwarzenbergplatz. Heute stehen Skulpturen von ihm unter anderem vor der Votivkirche, im Ambrosi-Park und auf der Donauinsel. Durch seine vielseitige Begabung und seine stete Suche nach einer gültigen Aussage schuf er sowohl ein beachtliches malerisches, bildhauerisches und auch literarisches Œuvre. Finanziell war er unabhängig, er verkaufte lieber seinen Besitz, um seine Skulpturen gießen zu lassen, als dass er um Subvention oder Förderung angesucht hätte. Dass er trotzdem Preise erhielt (1957 Sao Paolo, 1961 Unterrichtsministerium) und in Anerkennung seines Schaffens auch den Titel Professor und hohe Orden verliehen bekam, freute Wolf zwar, änderte aber weder etwas an seiner Arbeitsweise noch an seiner Isoliertheit im Kunstgeschehen. Sein bedeutendstes dichterisches Werk „Parabal“ hat er als reich illustriertes, dramatisches Drehbuch im Selbstverlag herausgegeben. „Parabal“ wurde 1985 von Franziskus Abgottspon, der damals Regisseur und Dramaturg in Zürich tätig war, als Hörspiel produziert und von Schweizer Radio DRS ausgestrahlt, ist aber bis heute weder als Film noch als Theaterstück realisiert worden. Auch sein zweites dramatisches Werk „Das Erdhaufenspiel“, das Wolf zusammen mit „Parabal“ als Buch veröffentlicht hatte, wartet noch auf eine szenische oder filmische Realisierung. Karl Anton Wolf richtete noch zu seinen Lebzeiten die "Karl Anton Wolf-Stiftung" ein, um, wie es in der Satzung heißt: "auf diesem Weg künstlerische Talente finanziell zu unterstützen". In diesem Sinne werden seit 1988 Preise und Stipendien an junge Künstler vergeben. Die Karl Anton Wolf-Stiftung wird von der Bank Austria und einem fünfköpfigen Stiftungsrat verwaltet. Aufstellung der Preisverleihungen bzw. der Stipendien der Karl Anton Wolf Stiftung: |
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| 1988 Arbeitsstipendium an Gerhard Scholz 1989 Arbeitsstipendium an Claus Appenzeller 1990 Arbeitsstipendium an Katja Duftner 1991 Arbeitsstipendium an Clemens Frischenschlager 1992 Arbeitsstipendium an Georg Planer 1994 Förderpreis an Josip Kaiser 1998 Förderpreis an Alfred Graf 2001 Wolf-Preis für Literatur an Eberhard Petschinka 2001 Wolf-Preis für bildende Kunst an Franz Wibmer 2008 (im Rahmen der Ö1-Talentebörse) Förderpreise an Ulla Rauter und Clemens Kogler 2009 Gedenkausstellung anlässlich des 20. Todestages – Bank Austria , Am Hof |
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| Link zum Ö1-Talentestipendium | |
